Prüfbuch Feststellanlagen: Was hineinmuss — und wie man es richtig führt
Das Prüfbuch ist das zentrale Dokument jeder Feststellanlage nach DIN 14677. Es muss für die gesamte Betriebsdauer geführt und aufbewahrt werden. Fehlt es oder ist es unvollständig, drohen Haftungsrisiken — für Betreiber wie für Fachbetriebe.
Was ist das Prüfbuch einer Feststellanlage?
Das Prüfbuch einer Feststellanlage ist die vollständige Dokumentation aller Instandhaltungsmaßnahmen an einer konkreten FSA-Tür oder -Anlage. DIN 14677 Anhang B schreibt vor, welche Inhalte das Prüfbuch enthalten muss — und dass es für die gesamte Betriebsdauer der Anlage aufbewahrt werden muss.
Das Prüfbuch ist der Nachweis im Schadensfall: Wer hat wann welche Prüfung durchgeführt, mit welchem Ergebnis, und welche Mängel wurden wie behoben? Fehlt dieser Nachweis, gilt im Brandfall eine Pflichtverletzung des Betreibers als wahrscheinlich.
Traditionell werden Prüfbücher als gedruckte Hefte der Hersteller (Hekatron, GEZE, ECO Schulte, Dorma) physisch an der Tür oder im Objekt geführt. Digitale Prüfbücher sind normativ zulässig, wenn sie alle Pflichtinhalte lückenlos und dauerhaft dokumentieren.
Pflichtinhalte nach DIN 14677 Anhang B
DIN 14677 Anhang B definiert sechs Pflicht-Bestandteile, die jedes Prüfbuch je Anlage enthalten muss. Fehlt auch nur einer dieser Bestandteile, ist das Prüfbuch unvollständig im Sinne der Norm.
Anlagenbeschreibung
Hersteller, Typ und Baujahr der Feststellanlage. Standort der Tür im Gebäude mit Raum- oder Achsbezeichnung. Anlage-Nummer zur eindeutigen Identifikation.
Lage der Anlage im Gebäude
Grundriss oder eindeutige textliche Beschreibung der Lage der FSA-Tür im Gebäude. Ermöglicht im Prüfungsfall die sofortige Zuordnung des Prüfbuchs zur Tür.
Kopie der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (DIBt-Zulassung)
Die abZ des Deutschen Instituts für Bautechnik für das eingebaute FSA-System. Die Zulassung verweist auf DIN 14677 und macht die Norm baurechtlich verbindlich.
Umfang, Zeitpunkt und Ergebnis jeder Instandhaltungsmaßnahme
Jede durchgeführte Prüfung oder Wartung wird einzeln dokumentiert: Datum, Art der Maßnahme (Sichtprüfung / Funktionskontrolle / Wartung), Ergebnis (ohne Befund / mit Befund), durchgeführte Arbeiten.
Unterschrift der durchführenden Person
Jeder Eintrag wird von der prüfenden Person unterzeichnet — mit Datum und bei Fachkraft-Einträgen mit Verweis auf den Kompetenznachweis.
Mängeldokumentation und Behebungsnachweis
Bei festgestellten Mängeln: Art des Mangels, geplante Behebung, durchgeführte Maßnahme zur Behebung, Nachweis der Wiederherstellung der Funktion.
Aufbewahrungspflicht — wie lange und wo?
DIN 14677 schreibt vor, dass das Prüfbuch für die gesamte Betriebsdauer der Feststellanlage aufbewahrt werden muss. Es muss im Objekt oder in unmittelbarer Nähe der Anlage verfügbar sein, sodass es bei Prüfungen durch Sachverständige oder Bauaufsichtsbehörden sofort vorgelegt werden kann.
Aufbewahrungsdauer
Gesamte Betriebsdauer der Anlage — von der Inbetriebnahme bis zur Außerbetriebnahme.
Aufbewahrungsort
Im Objekt oder unmittelbar bei der Anlage — bei Prüfung sofort vorzeigbar.
Konsequenz bei Fehlen
Pflichtverletzung des Betreibers — Haftungsrisiko, Bußgeld, Nutzungsuntersagung.
Papier vs. digital — was ist nach DIN 14677 erlaubt?
DIN 14677 schreibt kein physisches Papier-Prüfbuch vor. Entscheidend ist, dass alle Pflichtinhalte nach Anhang B vollständig, dauerhaft und bei Bedarf vorlegbar dokumentiert sind. Im direkten Vergleich zeigen sich klare Unterschiede:
| Kriterium | Papier-Prüfbuch | Digitales Prüfbuch |
|---|---|---|
| Aufbewahrungssicherheit | Verlustrisiko durch Brand, Wasserschaden, Fehlablage | Dauerhaft gespeichert, redundant, kein Verlustrisiko |
| Vollständigkeit der Einträge | Fehlende Felder möglich, kein Pflichtfeld-Hinweis | Alle Pflichtfelder geführt, kein Feld wird vergessen |
| Lesbarkeit | Unleserliche Handschrift, verblassende Tinte | Maschinenlesbar, immer klar und vollständig |
| Vorlage bei Sachverständigen | Muss physisch am Objekt sein oder mitgebracht werden | PDF-Export in Sekunden, von überall abrufbar |
| Normative Anforderung | Erfüllt die Anforderungen von DIN 14677 Anhang B | Erfüllt die Anforderungen, wenn Integrität gewährleistet |
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Alle Pflichtinhalte nach DIN 14677 Anhang B strukturiert vorausgefüllt. PDF-Export auf Knopfdruck. Betreiber-Self-Doku im selben Prüfbuch. Beta-Zugang kostenlos.
Kostenlos testenHäufige Fragen zum Prüfbuch Feststellanlagen
Muss das Prüfbuch physisch an der Tür hängen?
DIN 14677 schreibt vor, dass das Prüfbuch im Objekt oder in unmittelbarer Nähe der Anlage verfügbar sein soll. Es muss bei Prüfungen sofort vorgelegt werden können. Ein digitales Prüfbuch mit sofort abrufbarem PDF-Export kann diese Anforderung erfüllen, wenn der Zugang jederzeit gewährleistet ist.
Wie lange muss das Prüfbuch aufbewahrt werden?
Das Prüfbuch muss für die gesamte Betriebsdauer der Feststellanlage aufbewahrt werden — also von der Inbetriebnahme bis zur endgültigen Außerbetriebnahme. Eine gesonderte Aufbewahrungsfrist nach Außerbetriebnahme ist in DIN 14677 nicht explizit geregelt, aus Haftungsgründen empfiehlt sich jedoch eine Aufbewahrung von mindestens 10 Jahren.
Was passiert, wenn das Prüfbuch bei einer Prüfung nicht vorgelegt werden kann?
Ein fehlendes oder unvollständiges Prüfbuch gilt bei einer behördlichen Prüfung oder im Schadensfall als Nachweis einer Pflichtverletzung. Betreiber riskieren Bußgelder, Nutzungsuntersagungen für das Gebäude und zivilrechtliche Haftungsansprüche. Versicherungen können Leistungen verweigern.
Welche Einträge muss die Fachkraft im Prüfbuch vornehmen?
Die Fachkraft dokumentiert nach DIN 14677: Datum der Wartung, Umfang der durchgeführten Arbeiten, Ergebnis (ohne Befund oder mit Befund und Behebung), Unterschrift mit Nachweis des gültigen Kompetenznachweises nach DIN 14677-2. Im Professional-Tarif von FeststellPilot sind alle diese Felder strukturiert vorgegeben.
Kann das Prüfbuch digital geführt werden?
Ja. DIN 14677 schreibt kein physisches Papier-Prüfbuch vor. Entscheidend ist, dass alle Pflichtinhalte nach Anhang B vollständig, dauerhaft und bei Bedarf sofort vorlegbar dokumentiert sind. Ein digitales Prüfbuch mit PDF-Export — wie FeststellPilot — erfüllt diese Anforderungen, wenn die Integrität der Einträge sichergestellt ist.
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